Melle. In dieser Nacht soll es geschehen: Nach einem romantischen Candlelight-Dinner zu zweit perlt der Champagner in den Gläsern. Plötzlich nimmt er seinen ganzen Mut zusammen und stellt ihr die alles entscheidende Frage: „Möchtest du meine Frau werden?“
Als ihr dann ein fest entschlossenes „Ja“ über die Lippen geht, scheint das Glück vollkommen zu sein. Allerdings nur auf den ersten Blick; denn nach einem solch romantischen Antrag beginnt sie – die hohe Zeit der Hochzeitsvorbereitungen.
Wertvolle Tipps und Anregungen, wie der Start ins Eheglück gelingen kann, vermittelte am Sonntag die Meller Hochzeitmesse im Van-der-Valk-Hotel in Drantum. „Wir haben erneut das Vier-Sterne-Haus gewählt, um sowohl den Ausstellern als auch den Besuchern ein ansprechendes Ambiente für diese Veranstaltung zu bieten“, erklärte Stefan Wortmann, der die Messe zusammen mit Stefanie Gerloff und Roman Bäumer organisiert hatte. Besonderes Novum: Im Gegensatz zu den Vorjahren wurde kein Eintrittsgeld erhoben. Eine Tatsache, die vermutlich mit dazu beitrug, dass deutlich mehr Besucher als in den Jahren 2010 und 2011 den Weg zum Veranstaltungsort fanden.
In Melle gaben sich im vergangenen Jahr 161 Ehepaare das Jawort. „Ein Beweis dafür, dass Heiraten nach wie vor ein großes Thema ist“, betonte Stefanie Gerloff, die zusammen mit ihren beiden Co-Organisatoren rund 20 Aussteller für die Messe verpflichtet hatte.
Was wäre eine Eheschließung ohne Ehering. „Der ist nach wie vor ein Muss, auch wenn sich der Preis für bestimmte Schmuckstücke dieser Art durch den Höhenflug des Goldpreises in den vergangenen drei Jahren verdreifacht hat“, erläuterte Juwelierin Sylke Wortmann. Dennoch: Viele Kunden akzeptierten den Preis, „da man in der Regel nur einmal im Leben heiratet“.
Jüngere Leute mit schmalerem Budget setzten bisweilen auf Stahlringe, fügte Stefan Wortmann ergänzend hinzu. „Wir erleben immer wieder Fälle, dass dieser Schmuck dann am zehnten Hochzeitstag durch hochwertigere Ringe ersetzt wird.“ Was ist im Vorfeld einer standesamtlichen Trauung zu beachten? Welche Brautsträuße liegen im Trend? Wie lässt sich eine Hochzeitsfeier mit einem Brillantfeuerwerk verschönen? Welche Möglichkeiten eröffnen sich bei der Gestaltung von Einladungskarten? Was sollte bei einem Ehevertrag beachtet werden – und welche Versicherungen sollte ein frisch verheiratetes Ehepaar unbedingt abschließen? So lauteten nur einige von vielen Fragen, die von den Ausstellern beantwortet wurden. „Sehr zufrieden“ mit der Resonanz zeigte sich Konditormeister Rainer Tiemeyer. Er persönlich habe viele gute Kundengespräche geführt. „Mal sehen, wie viele Aufträge in nächster Zeit geschrieben werden.“
Als Anziehungspunkte erwiesen sich traditionsgemäß die Brautmodenschauen und die Präsentation von festlicher Mode. „Die Messe richtet sich nicht nur an Heiratswillige, sondern auch an angehende Ehejubilare und potenzielle Festgäste, die sich im besten Wortsinn zur Feier des Tages angemessen kleiden möchten“, sagte Kaufmann Raphael Stock. Auch die letztgenannte Zielgruppe sei während der Messe „gut vertreten“ gewesen.
Mit Schaufrisieren bereicherten Friseurmeisterin Eva-Maria Brömmelhaup und ihr Team die Veranstaltung. Die Profis sorgten dafür, dass die Mannequins top gestylt auf dem Laufsteg glänzen konnten. Zu den Modellen zählte auch Nicole Klaßen, die bereits seit 15 Jahren auf der Hochzeitsmesse festliche Mode präsentiert und nach eigenem Bekunden immer noch „sehr viel Spaß“ an der Sache hat.
Als die Messe am Abend ihre Pforten schloss, zog Stefan Wortmann eine erste Bilanz. Mit mehr als 2000 Menschen habe die Veranstaltung mehr Gäste als im vergangenen Jahr angelockt. Für das Jahr 2013 kündigte der Organisator eine Neuauflage an. „Es wäre schön, wenn sich dann wieder mehr heimische Firmen als Aussteller betätigen könnten“, sagte er mit Blick auf Wünsche aus dem Kreis der Besucher.



























